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Was ist Fahrzeugtechnik?
Die Fahrzeugtechnik umfasst alle Bereiche, die der Entwicklung und Herstellung von Verkehrsmitteln aller Art dienen. Die Spanne reicht von den Fahrzeugen des reinen Gütertransportes bis hin zu den Individualverkehrsmitteln PKW und Motorrad.
 Zu den Aufgaben der Fahrzeugtechnik gehören alle Einzelschritte des Entwicklungsprozesses von der Grundauslegung und Gestaltung bis hin zur genauen Dimensionierung und Erprobung, sowohl von Fahrzeugkomponenten als auch vollständigen Fahrzeugen.
Als typische Beispiele seien hier die Komponenten von Antrieb und Kraftübertragung (Verbrennungsmotoren, Getriebe), die Radaufhängungen mit Lenkung und Bremsanlage und natürlich die Fahrzeugaufbauten wie z. B. die Karosserie des Pkw oder der Rahmenaufbau eines Lkw genannt.
Die aufwändigen Steuerungs- und Sicherheitssysteme moderner Straßenfahrzeuge erfordern eine immer stärkere Verzahnung von klassischer Fahrzeugmechanik mit Feinmechanik und Elektronik. Die Weiterentwicklung des einfachen Antiblockiersystems ABS zum umfassenden Fahrdynamik-Regelsystem ESP kann hier als Beispiel genannt werden.
IT-Unterstützung in der Fahrzeugtechnik
In allen Phasen des Fahrzeug-Entwicklungsprozesses finden moderne, rechnergestützte Entwicklungswerkzeuge Verwendung. So liefern in der Konstruktionsphase die CAD-Systeme nicht nur die Fertigungsunterlagen der Einzelkomponenten, sondern sie ermöglichen bereits einen ersten Überblick über das Zusammenwirken der Einzelteile. Der knappe Bauraum kann so optimal genutzt werden.
Simulationsprogramme erlauben eine Überprüfung bzw. Erprobung der Konstruktion im Rechner, lange bevor das erste Versuchsexemplar gebaut ist. Zwei Beispiele sollen diese Vorgehensweise veranschaulichen:
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Der Schutz der Fahrzeuginsassen verlangt, dass beim typischen Kreuzungsunfall (Seitencrash) der Unfallgegner nicht zu weit in den Innenraum eindringen darf. Der Videoclip cardoor [Quelle: MSC-Marc] zeigt die Überprüfung einer Pkw-Türe unter seitlicher Stoßbelastung. Die Netzlinien lassen die zugrunde gelegte FEM-Struktur des Rechenmodells erkennen.
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Der Videoclip zeigt das Experimental Handling Vehicle - als Mehr-Körper-Simulationsmodell aufgebaut - während der Simulation eines Slalom-Manövers.
Mit Hilfe dieser Simulations-Methodik können beispielsweise Fahrwerksvarianten untersucht und ausgelegt werden, ohne dass tatsächlich Prototypen in Hardware vorliegen.
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Nach dem Bau der ersten Versuchsträger müssen diese Simulationsergebnisse mit den Mitteln der modernen Messtechnik in Versuchen überprüft werden. Ziel der Fahrzeugentwicklung ist es, mit möglichst wenig "Runden" aus Konstruktion-Simulation-Versuch zu einem marktfähigen Produkt zu kommen.
Fahrzeugtechnik im Studium
Der Einstieg zum Studium der Fahrzeugtechnik erfolgt im Hauptstudium meist über das Studienmodul "Fahrzeugtechnik". Es liefert das grundlegende Handwerkszeug des Fahrzeugingenieurs. Da die Bandbreite der Tätigkeitsfelder in den Fahrzeugfirmen sehr groß ist, kann die Ergänzung durch das zweite Studienmodul weitgehend nach den persönlichen Neigungen vorgenommen werden.
Der Fahrzeugingenieur in der Praxis
In der Praxis stehen dem Fahrzeugingenieur Tätigkeiten im gesamten Prozess der Fahrzeugherstellung offen, von der Forschung und Konzeptgestaltung über die Entwicklung und Produktion bis zur Vermarktung und dem Vertrieb. Der Einstieg erfolgt meist als Sachbearbeiter bei einem Fahrzeughersteller oder in der Zulieferindustrie. Schon nach einer kurzen Einarbeitung kann die Leitung von Projektaufgaben übernommen werden. Nach einer erfolgreichen Arbeit im ersten Tätigkeitsfeld kann im Rahmen einer Job Rotation ein Wechsel zu einer Tätigkeit in einem anderen Fachgebiet oder in die Managementaufgabe einer Projektleitung erfolgen. Dabei sind auch Wechsel zu Auslandstätigkeiten vorgesehen. Für den weiteren Berufsweg eröffnen sich dem Fahrzeugingenieur vielfältige Aufgaben in der fachlichen Arbeit oder in Managementfunktionen.
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